Gebirgstrachtenverein Jachenau e.V.

Vereinsgeschichte

Der Gebirgstrachtenverein Jachenau e.V.

Der Trachtenverein Jachenau wurde am 31. Juli 1948 beim „Huberwirt“ in der Jachenau gegründet.

Vor dem 2. Weltkrieg gab es schon eine Plattlergruppe, ebenso wurde seit langem Theater gespielt. Den Entschluss zur Vereinsgründung fanden einige Männer, als sie fern von der Heimat waren, nämlich in Krieg und Gefangenschaft, in besonderem Maße aber Kaspar Kohlhauf, der später Gründungsvorstand wurde.
31 Mitbegründer waren es, die den Verein aus der Taufe hoben. Buam und Madl’n, die Freude am Zusammensein hatten und das Tanzen und Plattl’n nach alter Tradition fortführen wollten.

Noch am Gründungstag wurde die Vorstandschaft gewählt. Hieraus gingen hervor:
Vorstand:               Kaspar Kohlhauf
Vorstand:               Josef Müller
Schriftführer:       Jakob Öttl
Kassier:                  Georg Kiefersauer
1. Vorplattler:      Johann Kiefersauer
Man schloss sich noch im selben Jahr dem Oberlandler Gauverband (gegr. 1899) an.

Die Jachenau gehört in die Gaugruppe Tölz (gegr. 1974), gemeinsam mit sechs weiteren Trachtenvereinen.

Wie bisher zum Teil üblich, wird weiterhin der Werdenfelser Hut getragen. Zum Schützenstrumpf, der von der örtlichen Schützenkompanie übernommen wurde, trägt man die Miesbacher Joppe. Diese Tracht ist bis heute das „guade Gwand“ der Trachtler. Der junge Verein hatte es anfangs schwer, denn ein Trachtenverein war im Jachental etwas Neues.

Im Herbst 1948 wurde in München die Anfertigung einer Fahne in Auftrag gegeben. Am 18. Juni 1950 wurde die neue Fahne geweiht. Der Festabend fand am Vortag statt, zu den Trachtlern sprachen Landrat Dr. Gröbner, sowie der Jachenauer Bürgermeister Anton Sachenbacher. Die Patenschaft übernahm der Trachtenverein „Lenggries Stamm“. Fahnenmutter wurde Frau Elisabeth Kohlhauf, Frl. Barbara Öttl die Fahnenbraut und die Wirtin des „Huberwirts“ Frau Anna Burgmair wurde Herbergsmutter. Zum Fähnrich bestimmte man Sepp Happach. H.H. Pfarrer Josef Konrad (damals Pfarrer von Jachenau) zelebrierte den Gottesdienst und weihte die neue Fahne. Seine große Freude über den jungen Verein zeigte Gauvorstand Hans Seestaller. Ungefähr 1.700 Trachtlerinnen und Trachtlern aus 43 Vereinen, sowie 9 Musikkapellen, gaben dem Verein die Ehre. Was allen Festteilnehmern wohl in Erinnerung ist, es hatte an diesem Fest geregnet und nochmals geregnet. Mittags hat es sich aber aufgetan und der Festzug konnte abgehalten werden. Es sei vermerkt, dass der Hofstetter Martl an diesem Tag seine Frau kennengelernt hat, ein Juwel, wie er sie einmal bezeichnet hat (beim 40jährigen Jubiläum in der Jachenau).

Zum Gedenken an die Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkriegs wurde erstmals durch Vereinsmitglieder im August 1949 auf dem Staffel  ein Kreuz errichtet. Dieses wurde immer wieder in ehrwürdiger Weise von den Trachtlern erneuert: August 1960, August 1980, Juli 1999 und nun anlässlich des 70jährigen Gründungsjubiläum Einweihung des neuen Kreuzes im Juni 2018.

Im Jahr 1949 organisierte erstmals der Trachtenverein beim „Huberwirt“ ein Maibaumaufstellen.

Seit 1957 wird im Wechsel mit der Schützenkompanie alle 3 Jahre ein Maibaum aufgestellt. Einschließlich des Baumes 2015 wurden insgesamt 14 Maibäume an die Trachtler gestiftet und aufgestellt. Außerhalb dieser Reihenfolge wurde 2003 ein neuer Baum aufstellt, da der Vorgänger 2002 vom Blitz getroffen  und geschädigt wurde.

Im Jahre 1952 am Pfingstmontag, wurde der erste Jahrtag abgehalten, woraus man erkennen kann, dass sich der Verein im Ortsbild erst einreihen musste. Durch gutes Auftreten in der Gesellschaftsordnung fand der Verein doch bald seine Anerkennung. Wie wichtig zur damaligen Zeit die kirchlichen Feste waren, konnte man daran sehen, dass 1953 kein Jahrtag des Trachtenvereins stattfand, da zu diesem Zeitpunkt in der Pfarrkirche Hl. Mission war und die einzelnen Standeslehren auch außerhalb der Gottesdienste abgehalten wurden.

Die Burschen lernten anfangs das Platteln in der Werkstatt von Kassier Georg Kiefersauer, ansonsten waren die Plattlergruppen im Vereinslokal, beim Huberwirt.
1972 beteiligte sich der Verein nach reichlichen Überlegungen am Bau des Schützenhauses, welches dann ein Jahr später eingeweiht wurde. Der Trachtenverein ist zusammen mit drei weiteren Ortsvereinen nun Eigentümer dieses Hauses. Mit der Fertigstellung des Schützenhauses wurden nun die Proben und auch Heimatabende im Schützenhaussaal veranstaltet.

Im September 1973 feierte der Verein sein 25jähriges Gründungsfest. Ein großer Festabend am Vortag, sowie am 23.09. der Jubiläumstag mit kirchlicher Feier im Mittelpunkt und die Festversammlung mit Ehrungen, gehörten zu den Höhepunkten der Festlichkeiten.

Der Patenverein aus Lenggries gab uns die Ehre. Im Namen des Oberlandler Gauverbandes gratulierte der 2. Gauvorstand, Martl Hofstetter, dem Jachenauer Trachtenverein.

Nachdem Kaspar Kohlhauf 27 Jahre den Verein ohne Unterbrechung geführt hatte, kandidierte er 1975 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für den 1. Vorstand, und wurde zum Ehrenvorstand ernannt.
Peter Gilg tritt als sein Nachfolger das Amt des 1. Vorstandes an.
1978 wird Benedikt Fischer zum Vorstand gewählt.

Große Erfolge erzielte die Plattergruppe beim Gauwertungsplatteln. Die erste Teilnahme war 1957, bis heute waren es allein 22 Siege. Eine ganz besondere Leistung beim Preisplatteln war die Siegesserie von 1968 – 1975 mit 8 Siegen hintereinander.

Jakob Kohlhauf führte ab 1978 offiziell eine Jugendgruppe.
Vorher hatte Peter Gilg der Jugend das Plattl’n und Tanzen gelernt.

Am 14. November 1979 verstarb unser Ehren- und Gründungsvorstand Kaspar Kohlhauf.

Beim Jahrtag 1985 rückten zum ersten Mal die verheirateten Frauen im Kirchengwand aus und nehmen seither auch an der Jahresversammlung teil, vorher waren nur die aktiven Dirndl’n anwesend.

Die ursprüngliche Satzung aus dem Jahr 1948 wurde 1987 überarbeitet und von der Generalversammlung einstimmig angenommen. Die heutige Fassung hat Bestand seit 1993.
Der Verein beantragte den Eintrag ins Vereinsregister und trägt seither den „e.V.“ im Namen.

Ein schöner Festtag war das 40jährige Gründungsjubiläum am 23. Mai 1988.
Die Gauvorstandschaft und sonstige Trachtlerpioniere gaben uns die Ehre. Der Patenverein „Lenggries Stamm“ war am Vormittag und zum abendlichen Festball gekommen. Gefeiert wurde sonst im bescheidenen Rahmen, Kirche, anschließend ein kleiner Festzug durch unser Dorf, dann standen im Schützenhaus die Gründungsmitglieder im Vordergrund.

Auf Wunsch des Gauvorstandes zelebrierte an Christi Himmelfahrt 1989 unser Pfarrer, Herr Geistlicher Rat Rudolf Albert, für die Wallfahrer der Trachtenvereine in Birkenstein die Hl. Messe. Die ehrenvolle Aufgabe der Patenschaft wurde uns am 24. Juni 1990 bei den „Kirchstoana Tölz“ zuteil.

Zu den wichtigsten Mitgliedern im Verein gehören die Vereinsmusiker, diese waren lange Zeit Toni Danner und Sepp Oswald. Die beiden spielten auch weit über ein Jahrzehnt für das Gauwertungsplatteln. Für 20 Jahre Probenmusikanten wurden beide im Dezember 1997 vom Gau geehrt. Beim 60. Vereinsjahrtag 2008 wurden beide Ehrenmitglieder des Vereins.

Über drei Jahrzehnte kam der Gauvorplattler schon aus dem Jachenauer Verein.
Peter Gilg belegte das Amt von 1960-1979, nach ihm folgte Hans Schwaiger „Heisn“ von 1979-1997.
Hans Schwaiger und Jakob Kohlhauf waren beide lange in der Jugendarbeit des Vereins tätig.
Für 18 Jahre Jungendarbeit wurden beide Dezember 1997 vom Gau geehrt.

Das Engagement endet für die Trachtler trotz der Ehrungen nicht. Als 2. Gauvorstand war Hans Schwaiger von 1997-2005 tätig, seit 2005 ist er 1. Vorstand des Oberlandler Gauverbands. Besonders durch seine Rede über die Heimat und die Entwicklung des Landlebens hatte er sowohl beim Jahrtag 2017 des Trachtenvereins und auch beim Gaufest den Zuhörern aus der Seele gesprochen.

Das 50jährige Jubiläum wurde mit einem Bierzelt von 17. – 20.07.1998 feierlich begangen. Am Freitag fand der Festabend statt. Nach der Ehrung der Gründungsmitglieder, war der weitere Höhepunkt des Abends der Kronentanz mit 16 Paaren. Am Samstag spielte das Mondschein Quintett. Am Sonntag wurde der Festgottesdienst von Pfarrer Rudolf Albert zelebriert. Die Festrede hielt Thomas Gerstlach, beides wurde verfolgt von zahlreichen (Nachbar-)Vereinen und Musikkapellen, insgesamt waren es rund 900 Festgäste beim Festzug.

Im Vereinsjahr 1999 gibt Benedikt Fischer nach 21 Jahren am Jahrtag sein Vorstandsamt an Jakob Kohlhauf ab.

Das 100jährige Jubiläum des Gauverbandes wurde mit Bergfeuern an der Benediktenwand und am Jochberg am 14.08.1999 gefeiert.

Im Jahr 2000 wird der langjährige Vorstand Benedikt Fischer zum Ehrenvorstand ernannt.

Das Schützenhaus wurde 2002 durch einen Gesellschaftervertrag und Gründung einer GbR ins neue Jahrtausend gebracht. Es sind weiterhin die 4 Trägervereine, die gemeinsam für den An- und Umbau Verantwortung tragen. In vielen freiwilligen Arbeitsstunden wurde alles in Eigenleistung erbracht und voller Freude 2004 feierlich wieder eingeweiht. Die Weihe nahm H.H. Rechenmacher vor.

Beim Jahrtag 2005 wurde erstmals zu  einem Ehemaligentreffen der Aktiven geladen. Da es eine sehr gelungene Veranstaltung war und auch gut besucht war, nahm man die Idee 2008 nochmals auf und lud zum 60jährigen Jubiläum wieder ein. Eine schöne Erinnerung ist die Aufnahme eines Gruppenbildes mit allen geladenen Gästen.

Als für das Gaufest im Jahr 2015 kein Veranstalter gefunden wurde, erklärte sich unser Patenverein „Lenggries Stamm“ dazu bereit das Gaufest auszurichten. Da es uns in der Jachenau nicht möglich ist, ein Gaufest auszurichten, schloss man sich hier zusammen.

Im Jahr 2015 wurde am 30.05. der letzte Vereinsball gefeiert, da die Besucher leider stetig weniger wurden.

2017 – nach 18 Jahren – gab Jakob Kohlhauf sein Amt am Vereinsjahrtag in die Hände von Andreas Orterer.

Im Dezember 2017 wurde beim Ehrentag für Ehrenamtliche aus den Reihen des Bayerischen Trachtenverbandes im Trachtenkulturzentrum in Holzhausen Hans Schwaiger geehrt.
Für seine 17 Jahre als 1. Gauvorplattler, über 20 Jahre 2. und 1. Gauvorstand sowie 11 Jahre Revisor im Bayerischen Trachtenverband erhielt er die Lehrer-Vogl-Medaille in Silber.

Auch bei Jakob Kohlhauf endet seine Tätigkeit mit der Abgabe des Vorstandsamtes nicht, er ist immer noch in der Gaugruppe als Vorstand aktiv und unterstützt weiterhin den Verein. Beim Jubiläumsjahrtag 2018 wird Jakob Kohlhauf zum Ehrenvorstand ernannt.